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Oktober 2017

Misericordia – Label mit Geist, Herz und Händen

Die Geschichte der Modemarke Misericordia beginnt mit Aurelyen, Künstler und Globetrotter, der sich in Lima & Peru verliebte und dort sesshaft wurde. Die Vielfalt der peruanischen Kultur hat sein Herz im Sturm erobert und ist als Geschichte fest mit der Marke Misericordia verwoben. Im Concept-Store A BETTER STORY haben wir es zum Konzept gemacht Fairfashion mit a better story behind zu zeigen, wie auch Misericordia.

Soziale Projekt der Fashion-Brand Misericordia

Alles beginnt mit einer Wette zwischen Aurelyen und einem kleinen Team von Näherinnen aus dem Slum in Lima: eine Modemarke aufbauen, die ein lokales Projekt mit künstlerischen Kreationen und sozialem Engagement vereinen.

2003 hat Aurelyen die Wette gewonnen und zeigte mit Misericordia die erste Kollektion. Er stellt sich eine High-End-Marke von und für die peruanische Bevölkerung vor, die nach dem Motto arbeitet: „Manos, Espiritu y Corazón“. Das bedeutet übersetzt „Wir arbeiten mit unseren Händen, unserem Geist und unserem Herzen“. Als Zentrum für die Herstellung und viele Workshops dient die Cabaña de Alta Costura Misericordia im historischen Viertel von Lima. Alles unter einem Dach. Hier wird produziert und die Mitarbeitet lernen jede Saison in neuen Workshops Stickerei, Siebdruck, Lederverarbeitung und viele weitere Skills mehr. So wird das Team von über 20 Männern und Frauen in allen Schritten der Produktion nachhaltig ausgebildet und bekommen ein fundiertes Know-How. Nur so können die Näherinnen jedes Teil von A­­–Z herstellen, sich auch selbst in den Fertigungsprozess einbringen und stolz auf ihr Produkt sein.

Faser der Götter“ mit kultureller Geschichte & Verarbeitung

Um ein nachhaltiges Qualitätsprodukt zu schaffen, muss man bei den Rohstoffen beginnen! Die Naturprodukte Bio-Baumwolle und Wolle haben seit Jahrtausenden Peru geprägt und bis heute gilt die peruanische Pima- und Tanguis-Baumwolle als die Beste der Welt. In Peru wird gleichzeitig auch die Wolle der Alpakas seit vielen Generation verarbeitet und hat von der Bevölkerung den Beinamen „Faser der Götter“ erhalten. Einige besondere und nachhaltige Eigenschaften von Alpakawolle sind wirklich göttliche Eigenschaften: thermoregulierend, knitterresistent, minimale Knötchenbildung (Pilling), wasserabweisend und anschmiegsam weich. Die feinen Fasern in Misericordia-Fashionpieces finden sich als Rohstoff also direkt in Peru: Pima- und Tanguis-Baumwolle, Modal, Baby-Alpaka und herrliche Bio-Baumwolle.

Misericordia wählt sorgfältig jedes Rohmaterial aus und kann dank der lokal hochwertigen Produkte im regionalen Einkauf einen Beitrag zur Stärkung der Wirtschaft des Landes leisten. Peruanischen Textiltradition belebt in der Materialauswahl und anschließenden Produktion von Misericordia das fast vergessene Wissen um Techniken und Verarbeitung wieder. Eine geniale Mischung aus verschiedenen Fasern, Texturen und Farben. In der Verarbeitung sind kaum Grenzen gesetzt: Maschinenstrickmaschinen, Flachstrickmaschinen und Handstricktechniken werden kombiniert und machen die Fasern noch lebendiger und langlebiger.

Faire Arbeitsbedingungen – globalen Vision & lokalen Aktion

Grundlegende Bedeutung der Arbeit von Misericordia, was übersetzt übrigens ‚Barmherzigkeit’ bedeutet, ist es, dem Team optimale Arbeitsbedingungen zu bieten und das Arbeitsrecht zu respektieren. Die Mitarbeiter arbeiten 45 Stunden in einer 5tage-Woche und beziehen 15 Monatsgehälter. Sie haben alle eine Sozialversicherung und bezahlten Urlaub. Klingt für uns erstmal normal – doch in den Slums von Lima für Menschen ohne Ausbildung ist es Misericordia/Barmherzigkeit.

Kleider machen Leute

Die Kleidung eines Menschen ist ein essentieller Schlüssel zu seiner Kultur, sozialem Umfeld, Persönlichkeit oder sogar Religion. Misericordia erkennt die Wichtigkeit, Kleidung soziologisch, historisch und auch künstlerisch zu verstehen. Ob in der politischen Vergangenheit des Materials, wie beispielsweise Baumwolle, oder in der zukünftigen Ausdrucksweise des Trägers. Aurelyen setzt sich mit Misericordia für Mensch und Umwelt ein, indem er das Bewusstsein für jeden Bestandteil und Schritt des Bekleidungsherstellungsprozess weckt – vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Und genau das fühlt man verwoben in jeder einzelnen Faser!

 

 

Zufall, Schicksal oder Masterplan? Auf jeden Fall A BETTER STORY.

Natürlich steckt hinter  A BETTER STORY eine ganz eigene Geschichte und ist gleichzeitig unser Ladenkonzept. Sie handelt von Freundschaft, Schicksal und dem Mut, den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Brigitte, Kurt und Barbaros sind die Crew hinter A BETTER STORY.

Als Modedesignerin hat Brigitte mit der konventionellen Modeindustrie längst abgeschlossen. Die vorherrschenden Produktionsbedingungen waren für die vegetarisch lebende Yogini ein No-Go. Nach Jahren als Art Directorin in namhaften Werbeagenturen kehrte sie zurück zu ihrer Berufung: der Mode. 2008 eröffnete sie ihren Laden glore (globally responsible fashion) in der Baaderstraße. Aus Leidenschaft und Überzeugung präsentiert sie dort ein feines Sortiment an Eco Fashion.

Bei glore lernte sie Kurt kennen. Erst als Kunden, dann als guten Freund und schließlich als Verbündeten für die gemeinsame Idee: A BETTER STORY.

Kurt ist Architekt, kreativ und seit Jahren weltweit unterwegs, um für das Modehaus der Familie in Italien den Einkauf zu leiten. Mit gutem Blick für Trends, Unternehmergeist und der Überzeugung für Nachhaltigkeit sind die beiden auf einer Wellenlänge.

Der Schlüssel vom Friseur – A BETTER STORY beginnt

Brigitte und Kurt spielten lange mit dem Gedanken, gemeinsam einen Laden zu eröffnen. Als Brigittes guter Freund und Friseur erfährt, dass Brigitte und Kurt eine Pop-Up-Fläche in Innenstadtlage angeboten wird, sträubt sich bei ihm alles: „Ihr beiden? Dort? Mit diesem Konzept? Niemals!“ Er hat eine ganz andere Idee und hat somit die Nachmieter für seinen geliebten Laden gefunden. Er wirft kurzerhand die Schlüssel auf den Tisch. Brigitte und Kurt greifen zu.

Und dann kommt Barbaros ins Spiel. Der Möbelbauer und Techniker der Luft – und Raumfahrt, der die Münchner Interior-Szene aufmischt. Als Creator-by-Doing erschafft er aus Möbelraritäten, Holz, Metall und Farbe faszinierende Stand-Up-Szenerien. Sein Fundus ist einzigartig und geheim, aber eines sei verraten: Ein Reiseschrank von Hemingway ist auch darunter!

Auf der Suche nach einem Showroom trifft er Brigitte und Kurt. Sie beschließen, den Raum in der Auenstraße 2a zu dritt zu bespielen und lassen den Dingen ihren kreativen Lauf…

Neugierig? Ab 12. Oktober könnt ihr uns besuchen kommen und unsere Auswahl an fairer Mode, Schuhen, Taschen, Papeterie, Schmuck, Interior, Lifestyle- und Beautyprodukten und natürlich Barbaros Vintage-Möbel bestaunen und (fast alles) auch kaufen. Wir freuen uns auf euch!